20061219

Alfred 23 Harth

"...one of the best kept german secrets of the last four decades, also a visual artist and photographer, currently on tour with Otomo Yoshihide New Jazz Ensemble and Orchestra..."

"Jazz e Arredores",Portugal 12/2006




Siehe auch Interview by Massimo Ricci

20061218

Sechziger Jahre

1961 begann Harth Klarinette zu spielen,1965 Tenorsaxofon,er erhielt kurzfristig Improvisationsunterricht bei Carlo Bohländer und Emil Mangelsdorff und bereits in der Schulzeit gründete Harth ein Jazztett mit Jazzclub in Frankfurt/M. Mit seinem Essay „Über Synästhesie“ begann er 1967 seine kreativen Horizonte einer großen Vielfalt von künstlerischen Bereichen zu öffnen.In die frei improvisierende Gruppe "just music" (mit Thomas Cremer, Johannes Krämer, Thomas Stoewsand u.a.) bezog er klassische Streicher ein und begann zu komponieren.
Fotos von "Just Music". Den Jazzclub erweiterte er zur Plattform "centrum freier cunst“ für improvisierte Live-Musik,Kunstausstellungen, Experimentalpoesie,Happenings und andere Aktionen.Mit dem Ensemble "just music“ hatte er einen ersten Fernsehauftritt in einem TV-Feature über Franz Mon. 1969 begann Harth ein Studium für Design für ein Semester an der HfG Offenbach mit einem Fluxuskonzert, veröffentlichte mit der Gruppe "just music" seine erste Schallplatte auf ECM 1002 und begann eine Zusammenarbeit mit der belgischen Künstlerin und Freejazz-Pianistin Nicole Van den Plas.

Siebziger Jahre

1970 gab „Just Music“ ein einmonatiges Gastspiel im Pariser „Theatre Lucernaire“, traf Mitglieder des Chicagoer AACM,Rundfunkaufnahmen in Prag und Frankfurt,spielte auf Festivals in Avignon, im belgischen Bilzen, Breslau, Prerov und Frankfurt am Main mit einem Auftritt Harths im „European Free Jazz Orchestra“ unter Leitung von Mitgliedern des Art Ensemble of Chicago.Harth gab die LP „4.Januar 1970“ im Eigenverlag heraus (A23H Vinyl) und studierte zwei Semester Philosophie und Soziologie,sodann Kunstpädagogik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität und wurde nach dem Zivildienst 1973/74 Kunsterzieher in den Jahren 1975–78.

1971 zog Harth mit Nicole Van den Plas nach Belgien,wo sich in Brügge und Antwerpen eine besonders fruchtbare Free Jazzszene entwickelt hatte, gab dort Konzerte mit ihr, Paul Lovens,Peter Kowald u.a. und gründete 1972 die Gruppe "E.M.T." (Energy/Movement/Totale, 1972-74) mit Van den Plas und dem schwedischen Schlagwerker Sven-Åke Johansson (LP Canadian Cup Of Coffee and 2CDRs unreleased EMT). Fotos von E.M.T.

In dieser Zeit gehörte Harth zeitweise auch zu Gunter Hampel's „Galaxie Dreamband“ und knüpfte erste Verbindungen zur New Yorker Szene, namentlich Perry Robinson,John Fischer, Jay Clayton,Lawrence Cook,den Brubecksöhnen u.a., mit denen er Mitte der 1970er Loft-Konzerte in New York City gab. Zurück in Frankfurt gründete Harth mit dem damaligen Jazzrock-Keyboarder Heiner Goebbels das "Duo Goebbels/Harth“ (1975 –1988), das unter anderem durch seine Hanns Eisler- und Johann Sebastian Bachbearbeitungen bekannt wurde. Ein zweites Duo mit dem Schlagzeuger Uwe Schmitt wurde 1977 um den Bassisten Buschi Niebergall zum Trio erweitert.(Literatur:"Jazz Musik Kritik",Wilhelm E.Liefland,Verl.Raymund Dillmann)

Von 1976 bis 1981 gehörten Harth mit Goebbels zum Kern des Sogenannten Linksradikalen Blasorchesters, einer Grossformation, die Aktionen der Frankfurter Spontiszene musikalisch begleitete. Joachim-Ernst Berendt bezeichnete die zweite Goebbels/Harth LP Vom Sprengen des Gartens von 1979 als den wichtigsten deutschen Jazz-Tonträger der 70er Jahre und produzierte mit Goebbels/Harth 1981 die "Jazz&Lyrik" LP Zeit wird knapp mit Texten von Bertold Brecht. Daneben beginnt Harth, erweiterte Medien wie Tonband-Loops, field recordings und Objets Trouvés in seine Musik zu integrieren und stellte seine künstlerischen „Arbeiten 1963-78“ in Frankfurt aus.1979 gründete er zusammen mit Christoph Anders eine Punk-Jazzgruppe und komponiert eine Theatermusik zu „Der Brotladen“ von Bertold Brecht für musiziernde Schauspieler der freien Theatergruppe "schlicksupptheatertrupp".

Achtziger Jahre

Mit dem Ziel, Punk, Jazz und klassische Musik zusammenzuführen, initiierte Harth 1980 für Anders,Goebbels,Paul Lovens, Rolf Riehm, Annemarie Roelofs und ihn selbst die LP „Es herrscht Uhu im Land“ (A23H Vinyl) - enthält erste A23H-William-Burroughs-Hommage "Burroughs Haiku". Diese Synthese wurde in der von Harth mitbegründeten Gruppe Cassiber weiterverfolgt, mit der er von 1982 bis 1984 auf vielen Konzertreisen in Europa sowie Brasilien und auf internationalen Festivals auftrat.Harth komponierte 1981 für das Musiktheaterstück "Abrazzo-Oper" (mit Goebbels,Krämer,Riehm, Roelofs,Schmitt und dem Schauspieler Peter Franke) und spielte für Rolf Riehms Produktion "Machandelboom" (A23H Vinyl) mit ein. 1982 gründete Harth das Nonett „Reklame der Wirklichkeit“ mit u.a. Uwe Schmitt und Elvira Plenar unter Live-Einbeziehung von Cassetten-Montagen und trat mit dem Duo Goebbels/Harth + Dagmar Krause auf dem Moers Festival auf.Aufgrund einer späteren Anfrage von Burkhard Hennen konzipierte Harth die Kompositionsidee für die Projektgruppe „Duck & Cover“ (mit Tom Cora/Chris Cutler/Fred Frith/ Goebbels/Dagmar Krause/George Lewis)(A23H Vinyl), die 1983 auf dem Moers Festival,auf dem Jazzfest Berlin und 1984 in Ost-Berlin spielte. Manfred Eicher von ECM gab ihm 1982 den Auftrag für Konzept und Komposition der Platte „This Earth!“(A23H Vinyl). 1987 greift Harth diese Besetzung mit Paul Bley, Barre Phillips, Maggie Nicols und Trilok Gurtu nochmals auf durch seine Doris Lessing-Bearbeitung „Bemerkungen über den Planet Shikasta“ unter sängerischer Verstärkung von Phil Minton.
(Literatur:"Der Frankfurt Sound",Jürgen Schwab,Societätsverlag)

Harth ist an den Filmmusiken zu "Der subjektive Faktor" (1981) und "Der Beginn aller Schrecken ist Liebe" von Helke Sander beteiligt.

Harth unterhielt von 1984 bis 1991 die Avantgardegalerie 'waschSalon' in Frankfurt am Main,für die er auch 1987 einen ersten Erweiterungsbau erstellt. Dort initiierte er 1984 ein Telefon-Weltkonzert und ist 1986 Teilnehmer des grossen Unterwasserkonzert-Events von Micky Remann in Frankfurt/M.
Harth beginnt Sampler, Performances und Videos in seine Musik einzubauen, gründet die Gruppe „gestalt et jive“ (1984-88)(A23H Vinyl)mit einem Auftritt auf dem Moers Festival 1984, ausserdem Teilnahme Harths am „World Music Meeting“ des SWF,1984.
1984 komponierte und leitete Harth „Die Frankfurter Stadtoper“ mit etwa 250 Beteiligten auf dem Römerberg Frankfurt (Literatur:"Klangbilder 1" von Juergen Abi Schmitt (Hrsg.)/JAS).
Für das Residenztheater München komponierte er 1984 mit Heiner Goebbels für das Theaterstück „Die Reise nach Aschenfeld“,was der Schriftsteller F.K.Waechter zusammen mit den beiden Komponisten Goebbels und Harth und den Schauspielern Michael Altmann und Heinz-Werner Kraehkamp verfasst hatte. „Die Reise nach Aschenfeld“ wurde von den Komponisten/Musikern mit den beiden Schauspielern 25 Mal am Residenztheater aufgeführt und 1985 für zwei Auftritte in der ersten Kulturhauptstadt Europas, Athen, ausgewählt. Weiterhin komponierte Harth 1984 für das Nationaltheater Mannheim zu „Frühlingserwachen“(Wedekind) unter Einbeziehung von Bob Degen und 1988 für das Schillertheater Berlin zu „Der Architekt und der Kaiser von Assyrien“(Arrabal), was 25 Mal live mit ihm und Elvira Plenar gespielt wurde. 1+9+8+5 fügte Harth die Zahl 23 in seinen Namen ein: Alfred 23 Harth oder A23H.(Literatur:"Die Zersplitterung",Alfred 23 Harth,Wolke Verlag Hofheim).

Die Platte „Anything Goes“ (1986)(A23H Vinyl) ist Harths erste Remix-Arbeit. 1986 trat auch das Duo Alfred 23 Harth/John Zorn u.a. auf dem Moers Festival auf und machte Einspielungen.1987 tourte das Trio Peter Brötzmann/23 Harth/Sonny Sharrock und Harth stellte zusammen mit Günter Müller die Projektband "Aleister und Alice" (Sonny Sharrock,Phil Minton,Günter Müller,Andres Bosshard,A23H) für das Jazzfestival Willisau zusammen.1987–93 war Harth Mitglied von Lindsay Cooper’s Gruppe „Oh Moscow“ mit Auftritten auf den Jazzfestivals Zürich,Frankfurt,Victoriaville,Moskau,London u.a.. 1988 gründete er die postmoderne Gruppe „Vladimir Estragon“ (mit FM Einheit/Ulrike Haage/Phil Minton), die u.a. auf dem Jazzestival in Münster und dem Jazzfest Berlin spielte. Er komponierte Filmmusiken und Hörspiele auch unter Einbeziehung von noise art, zum Teil mit Peter Fey und dem Schriftsteller Jürgen Ploog, sowie die Hörperformance „Wenn Gott tot ist, dann ist er im Himmel“ mit Original-Interviews von Jean Baudrillard, Villem Flusser, Christina von Braun, Friedrich Kittler, Peter Frank und G.J. Lischka.

Neunziger Jahre

In den Jahren 1989 bis 1996 war Harth oft in Paris und produzierte die CD „Sweet Paris“ (Texte von Wolf Pehlke) als Liebeserklärung an diese Stadt. Im Jahr 1990 stellte er William S. Burroughs’ „Paintings on Papers“ in der Galerie ‚waschSalon’ in Frankfurt aus, zu deren Vernissage Burroughs anwesend war.Im gleichen Jahr komponierte er für das Schauspielhaus Düsseldorf zu „Antigone“ (Sophokles) und 1992 für das Deutsche Theater Berlin zu „Elysian Park“. Die Autorin Marlene Streeruwitz verbot die Aufführungen dieser Theaterfassung. 1990 zeigte A23H seine Werkschau im Frankfurter Dominikanerkloster, wofür er Heinz Sauer einlud, mit ihm als Duo „Parcours Bleu a Deux“ unter Einbeziehung von pedalgesteuerten live-electronics zu spielen. Dieses Duo spielte auch 1992 in San Francisco und auf dem Jazzfestival Vancouver.Harth stellte Infos über Live-Recordings von diesen Auftritten unter "Die kainitische Stadt über Abels Gebeinen" ins Internet: www.recout.de

1990 gründete Harth das „Trio Trabant a Roma“ mit Lindsay Cooper und Phil Minton, Auftritte auf Festivals in Budapest und Straßburg folgen. 1992 war A23H auf Einladung des Moscow-TV zu Dreharbeiten über ein Portrait von ihm in Moskau und St.Petersburg.Der gekürzte Film "Balance Action" wurde 1993 auf den Oberhausener Kurzfilmtagen und der Frankfurter Filmschau gezeigt. Harth gründete 1992 das „QuasarQuartet“ und spielte 1993 mit Simon Nabatov, Mark Dresser und Vladimir Tarasov auf dem Festival Saalfelden, mit „Oh Moscow“ auf den Festivals in Moskau, Wolgograd und London.

Auf Anregung von Christoph Korn gründete Harth 1993 das „ Forum Improvisierender Musiker/Frankfurts Indeterminables Musiqwesen“ (FIM), das monatliche Sessions und Konzerte veranstaltete.Er initiierte ein alljährliches FIM-Festival,das FIM-Orchester(Leitung:Rüdiger Carl),drei Open-air FIM-meetings "Jazzferien" 1995,1996 und 1998,eine FIM-compilation (1993-1998) und das print-on-demand internet-label recout (1996-2000).
1993-95 veranstaltete Harth das Kunstkonzept „Gedankenhotel“, war 1994 Mitglied der Künstlergruppe „Delikatesy Avantgarde“ mit Ausstellungen in Danzig und zeigte im Frankfurter Deutschen Filmmuseum seine Werkschau „Tensides“, wo er auch den jungen Schlagzeuger Bertram Ritter miteinbezog,CDR auf recout.
1994 spielte Harth in einer Theaterbearbeitung von Schuberts „Winterreise“ Saxofon, unter anderem 14 Tage lang am La MaMa theatre in New York. 1995 machte er in NYC Trioaufnahmen "Feather Than God" mit Fred Hopkins und Dougie Bowne, CDR auf recout, und begründete im Auftrag des Jazzfestival Frankfurt die Gruppe „Golden Circle“ mit David Murray, Fred Hopkins, Dougie Bowne, ihm selbst,worin er alte koreanische Hofmusik bearbeitete.
1996 produzierte Harth die CD „Pollock“, bestehend aus neuen Sample-Kompositionen seiner vergriffenen LPs. Im gleichen Jahr veröffentlichte Otomo Yoshihide die CD „Revolutionary Pekinese Opera ver.1.28“ unter Einbeziehung von Harth’s Bearbeitung der Peking Oper, die er 1984 ebenfalls auf eine frühe Art gesamplet hatte.
1997 spielte Harth im Trio mit Hamid Drake und Kent Kessler im "Empty Bottle",Chicago,und bearbeitete die „Westsidestory“ für das Schauspiel Frankfurt, stellte dafür eine Theaterband zusammen. Unter seiner musikalischen Leitung wurde das Musical bis 1998 fünfzig Mal aufgeführt. Er begründete ein zweijähriges Duo mit dem Saxofonisten des Ensemble Modern,Wolfgang Stryi,CDR auf recout, die zweijährige Band „HaLe PeAt“ mit Harry Petersen,Martin Lejeune und Bulent Ates,CDR auf recout, eine zweijährige Arbeitsphase im Duo mit Uwe Oberg: Live-Musik zu alten Avantgardefilmen und 1998-2000 das Noise-Art-Quartett „Imperial Hoot“ unter Einbeziehung des Sound-system-spielers Marcel Daemgen,Christoph Korn und Günter Bozem.
1999 gab es wieder eine Berührung mit Peter Kowald. Zusammen mit Xu Fengxia spielten sie auf dem Puschkin Festival in Moskau ebenfalls zu einem Stummfilm.Gleichenjahrs erschien eine Kooperation mit Blixa Bargeld innerhalb der Videokompilation "Winterspruch",die auf der Musik der KompilationsCD "Arbeit" basiert.

Laufendes Jahrzehnt

2000 stellte Harth für Festivals in Prag und Freiberg die Gruppe „Tattoo“ mit Ernst Seitz, Manuel Lohnes, Günter Bozem und ihm selbst zusammen (CDRs "eclectronic voodoo" und "Mir,Piercing The Pacific") und war Stipendiat in OMI, State New York,USA, gründete das „Trio Viriditas“ mit Wilber Morris und Kevin Norton in New York City.Nach einigen Konzerten und CD-Aufnahmen "waxwebwind@ebroadway" spielt das Trio 2001 dort auf dem "Vision Festival 6" (NYC).Ein Konzert gleichenjahrs mit dem Quartett "Expedition"( Harth,Dahlgren,Rosen,Tammen) in der Knitting Factory erscheint auf dem legendären ESP-label in 2006.

Harth tourte im Jahr 2000 mit seiner Frau,der Künstlerin Yi Soonjoo,die eine Ausstellungsbeteiligung auf der Biennale Kwangju hatte, erstmalig in Korea und gibt Konzerte mit Kang Tae Hwan,Park Changsoo und Park Jechun.

2001-2002 war Harth für 6 Monate Stipendiat am Ssamzie-Space in Seoul,Südkorea.
A23H verlegte seinen Arbeitsschwerpunkt nach Fernostasien, spielte Konzerte mit den koreanischen Koryphäen Kang Tae Hwan, Choi Sun Bae und vielen anderen.
Kim Hyung Tae & Alfred 23 Harth:CONFERENCE TUNNEL
video & electronics performance at Sal Bar, Seoul, 2002

2002 konzipierte Harth mit Kim Hyung Tae (The Gim) die Mixed-media-programme „Terror Milk","Conference Tunnel" und "Provisional Government" als Pol ausserhalb des offiziellen (Kunst-)Geschehens und spielte auf dem Festival “Beyond Innocence" in Osaka Duos mit Uchihashi Kazuhisa und Chino Shuichi und baute das LaubhuetteStudio Seoul auf. Dort komponierte er weitere Ballettmusiken, sowie andere Produktionen.
Seit 2002 verbindet Harth eine andauernde Freundschaft & Zusammenarbeit mit dem hervorragenden Trompeter Choi Sun Bae.

2002 bis 2004 spielte Harth auch in der Houseconcert-series von Park Changsoo u.a. mit Wolfgang Stryi und dem Ensemble Naeil mit traditionell koreanischen Instrumenten,2004 auf dem von Park Changsoo organisierten Festival "Voices of Asia" mit Peter Hollinger,Xu Feng Xia u.a.(EBS TV-Mitschnitt),siehe Youtube

Er begann 2003 die fünfteiliege CD-Serie “Mother-of-Pearl” unter Einbeziehung von koreanischen Themen und Musikern und war am Aufbau der Seouler Off-Konzertreihen “Bulgasari” (seit 2003) und “Relay” (seit 2005) beteiligt,siehe auch:A23H in Seoul .
2003/4 bezieht Harth den amerikanischen Musiker Joe Foster mit ein,ebenso wie die koreanischen Astronoise-Avantgardisten Choi Joonyong & Hong Chulki bei Bulgasari past events:vol.17 - 2004.2.28,oder der DVD T_error und Ryu Hankil.Harth ermöglichte ein Bulgasari Festival - 2003.12.13 im Ssamzie Space 'Baram Theatre' und regt die CD Signal To Noise Vol.6 an.

Seit Anfang 2004 ist Harth festes Mitglied in Otomo Yoshihide's Ensembles, mit denen er bis dato fünfmal nach Europa,einmal in Japan tourte, mehrfach verschiedene Konzert- und Festivalauftritte in Tokyo u.a. hatte, mehrere CD-Compilations einspielte und bisher auf drei CDs und zwei DoppelCDs beteiligt ist.

Ende 2006 erstellt Harth mit Yi Soonjoo,den Event-Space Yitronik in Seoul als Atelier.
In der Folgezeit konzentriert sich Harth auf CD Produktionen:
< 2CD ONJO Live Vol.1 "series circuit"doubtmusic,Japan 2007
< 2CD "Vier Fäuste für Hanns Eisler"(1976) und "Vom Sprengen des Gartens"(1979) mit Heiner Goebbels auf Recommended Records,London 2007
< 2CD ONJO Live Vol.2 "parallel circuit"doubtmusic,Japan 2007
< CD+DVD "Homura",auf off note,Japan 2007
< CD "7k Oaks" mit Massimo Pupillo / Luca Venitucci / Fabrizio Spera / A23H,auf die schachtel,Italien 2007
< CD "Sora" mit Otomo Yoshihide's neuer Gruppe "invisible songs" auf East Works Entertainment (EWE),Japan 2007
< 2CDRs von "E.M.T." "Haus Dornbusch vol.1 + Hamburg Fabrik vol.2"(1973) mit Sven-Ake Johansson / A23H / Nicole van den Plas a.o.
< Zweite "Trio Viriditas" CD "Live at Vision Festival VI/Knitting Factory" mit Wilber Morris / Kevin Norton / A23H auf Clean Feed,Portugal 2008.

Und Konzerte bzw. Aufnahmen in 2007 mit:
Yoriyuki Harada & Takuma Watanabe(Combopiano),Atsuhiro Ito,Miho Morimoto, Oshima Teruyuki und Otomo Yoshihide’s neuer Gruppe "invisible songs",Günter Müller,Luca Venitucci/Fabrizio Spera, Hans Joachim Irmler, Sven-Ake Johansson,Uwe Oberg, Massimo Pupillo (Zu),Bertram Ritter, Henry Grimes/Harada Yoriyuki/Tristan Honsinger/Louis Moholo/Choi Sun Bae.
Ende 2007 ein Interview von Massimo Ricci.

In 2008 erscheint eine DVD "Otomo Yoshihide music(s)" auf La Huit in Frankreich.Diese enthält einen längeren Auftritt von ONJE (mit A23H) auf dem Festival Banlieu Bleues,Paris 2005.Neben einer kleinen Filmmusik "Ethiopia Project" fürs Jeonju Filmfestival,Korea, beginnt A23H mit dem work-in-progress-recording "micro- saxo- phone" im neuen LaubhuetteStudio Moonsun. Mai 08 tourt Harth mit Otomo Yoshihides "Invisible Songs" in Frankreich,nachdem die Gruppe im April in Tokio, Pit Inn,gespielt hatte und mit "7k Oaks" in Rom,Wien,Hasselt und Stirling.In Hasselt,Belgien,spielt er in einer Sax + drums Besetzung erstmalig mit u.a. Evan Parker.
Harth mixt die CD Taste Tribes,mit Günter Müller,Hans Joachim Irmler und Samples von Makoto Kawabata,"Eruption"(Conrad Schnitzler,Wolfgang Seidel,Klaus Freudigmann),die im Herbst auf for4ears erscheint."Taste Tribes" touren als Trio erstmals Ende 2008 in der Schweiz.A23H war zuvor in Porto und Lissabon,um sich in der dortigen Szene umzusehen und das Label Clean Feed zu besuchen.

2009 steht ganz im Licht einer vierzigjährigen Laufbahn: Es tauchen immer mehr Aufnahmen (Ton & Bild) von "Just Music" (1967-1972) auf. Harth bemüht sich um eine Herausgabe, ebenso wie um die zwei CDRs von E.M.T. (von 1973) mit bisher unveröffentlichtem Material.
Am 5. Januar erscheint ein Interview von Clifford Allen in All About Jazz, New York,unter dem Titel: "Vierzig Jahre Synästhetische Improvisation".
Live-Aufnahmen aus 2008 von "7k Oaks" und "Taste Tribes" stehen zur Herausgabe an.
Ein Revival der Gruppe "Oh Moscow" ist in Planung,verzögert sich allerdings wegen Hugh Hoppers ungewissem Gesundheitszustand.


Frankfurt am Main und Seoul in Südkorea

Diskographie von Formationen (Auswahl)

Alfred Harth CDs
Alfred Harth Vinyl
Alfred Harth CD-Compilations


JUST MUSIC
A23H/Thomas Cremer/Dieter Herrmann/Johannes Krämer/Peter Stock/Thomas Stoewsand/Witold Teplitz/Franz Volhard
* "just music“ ECM 1002, 1969
* "Born Free“ CBS, 1970

EMT
A23H/Sven-Ake Johansson/Nicole van den Plas
* "Canadian Cup Of Coffee“ FMP, 1974

DUO GOEBBELS/HARTH
* "Vier Fäuste fuer Hanns Eisler“ FMP, 1976
* "Vom Sprengen des Gartens“ FMP, 1978
* "Indianer fuer morgn“ Riskant, 1981
* "Zeit wird knapp“ Riskant, 1981
* "Frankfurt/Peking“ Riskant, 1984
* "Live in Victoriaville“ victo, 1987
* "Goebbels Heart“ evva, 1992

SOGENANNTES LINKSRADIKALES BLASORCHESTER
* "Mit gelben Birnen“ Trikont, 1977/80/99

CASSIBER
A23H/Christoph Anders/Chris Cutler/Heiner Goebbels
* "man or monkey“ ReR, 1982
* "The beauty and the beast“ ReR, 1984

DUCK AND COVER
A23H/Tom Cora/Chris Cutler/Fred Frith/Heiner Goebbels/Dagmar Krause/George Lewis
* "Quarterly Vol.1 No.2 “ ReR, 1986

GESTALT ET JIVE
A23H/Steve Beresford/Anton Fier/Peter Hollinger/Ferdinand Richard/Uwe Schmitt
* "Nouvelle Cuisine“ Moers Music, 1985
* "gestalt et jive trio“ Creative Works Records, 1986

DUO ALFRED 23 HARTH/JOHN ZORN
* "Anything Goes" Creative Works Records, 1986
* “Plan Eden“ Creative Works Records, 1987

DUO BRÖTZMANN/HARTH
* "Go-No-Go“ FMP, 1987

OH MOSCOW
A23H/Lindsay Cooper/Hugh Hopper/Marilyn Mazur/Phil Minton/Elvira Plenar/Sally Potter
* "Oh Moscow“ victo, 1989

VLADIMIR ESTRAGON
A23H/FM Einheit/Ulrike Haage/Phil Minton
* "Three Quarks For Muster Mark“ enja/tiptoe, 1989

DOMESTIC STORIES
A23H/Chris Cutler/Fred Frith/Lutz Glandien/Dagmar Krause
* „Domestic Stories“ ReR,1991

TRIO TRABANT A ROMA
A23H/Lindsay Cooper/Phil Minton
* "State Of Volgograd“ FMP, 1994

QUASARQUARTET
A23H/Simon Nabatov/Vitold Rek/Vladimir Tarasov
* "POPendingEYE“ free flow music, 1992

IMPERIAL HOOT
A23H/Günter Bozem/Marcel Daemgen/Christoph Korn
* „secrets of development“ Blue Noises,1999

TRIO VIRIDITAS
A23H/Wilber Morris/Kevin Norton
* "waxwebwind@ebroadway" clean feed, 2002
* "Live at Vision Festival VI/Knitting Factory" clean feed,Portugal 2008

OTOMO YOSHIHIDE NEW JAZZ ORCHESTRA (ONJO)
A23H/Otomo Yoshihide/Sachiko M/Axel Dörner/Mats Gustafsson/Nakamura Toshimaru/Cor Fuhler/Tsugami Kenta/Aoki Taisei/Okura Masahiko/Ishikawa Ko/Unami Taku/Takara Kumiko/Kahimi Karie/Mizutani Hiroaki/Yoshigaki Yasuhiro
* "ONJO“ doubtmusic, 2005
* "out to lunch“ doubtmusic, 2005
* ONJO Live Vol.1 "series circuit",doubtmusic,Japan - doubleCD,2007
* ONJO Live Vol.2 "parallel circuit",doubtmusic,Japan - doubleCD,2007

OTOMO YOSHIHIDE's INVISIBLE SONGS
* "Sora",EWE,Japan,2007

HOMURA TRIO
A23H/Yoriyuki Harada/Choi Sun Bae
* "Homura",off note,Japan,2007

7k OAKS
A23H/Luca Venitucci/Massimo Pupillo(Zu)/Fabrizio Spera
* "7000 Oaks",die schachtel,Italy,2007

*TASTE TRIBES
with Günter Müller / Hans Joachim Irmler / A23H / and samples by Eruption & Kawabata Makoto,for4ears,Switzerland,2008

Diskographie von Spezialprojekten (Auswahl)

* "Es herrscht Uhu im Land“ JAPO, 1981
(A23H/Christoph Anders/Heiner Goebbels/Paul Lovens/Rolf Riehm/Annemarie Roelofs)

* "This Earth!“ ECM 1264,1983
(A23H/Paul Bley/Trilok Gurtu/Maggie Nicols/Barre Phillips)

* "Sweet Paris“ free flow music, 1991

* "Pollock“ Orkestrion Schallfolien, 1996
(A23H/Peter Fey/Frank Rothkamm/Elliott Sharp)

MOTHER-OF-PEARL-SERIES (made in Korea),2003-2006 :
* 1. "eShip sum“
* 2. "nu:clear re:actor“
* 3. DVD "T_error“ / CD "kr ./. jp“
* 4. "Seoul Milk“
* 5. "NUN"

* "Expedition" ESP-Disk,2006
(A23H/Chris Dahlgren/Jay Rosen/Hans Tammen)

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Poster from 1973 by A23H

Bei aktueller Beschäftigung mit der Herausgabe von alten Tapes meiner Gruppe E.M.T. von 1973 forsche ich im Netz wegen des alten Konzerttitels “Heidnische Klänge” gleichen Jahrs im Haus Dornbusch in Frankfurt/Main – siehe auch Sven-Ake Johansson,Plakate 1968-2003,Verlag H+K,Berlin,2005.

Der Titel “Heidnische Klänge” – ähnlich wie Johansson’s “Moderne Nordeuropäische Dorfmusik” – setzt sich zunächst einmal gegen die US-traditionellen Namensstereotypen ab und verweist durch die damalig neue Verwendung deutscher Sprache im Umfeld der Improvisierten Musik zwar auf Europa,aber nicht eindeutig nur auf Germanisches. “Heidnische Klänge” sind global.

Im sehr lehrreichen Netz gegen Nazis finde ich - nach fast achtjähriger Abstinenz von Deutschland - einige aktuell gebräuchlichen Symbole der Neonaziszene,die mir bisher unbekannt waren.

In verschiedenen Texten erwähne ich mein “Manifest 88” ,bzw. “Paradigmenwechsel 88”. Dieses Künstlermanifest bezieht seinen Namen ausschliesslich wegen seines Entstehungsjahres: 1988.
In der heutigen Neonaziszene sind “die klassischen Zahlencodes: 88, 18 und andere...bei Demos mitunter Songs der linken 68er Band "Ton Steine Scherben" zu hören.“

Mit NeoNazis habe ich nichts am Hut.

Gruppierungen,die sich immanent abgrenzen wollen gegen andere – und seien es auch Christen,die gegen Heiden sind;im Koreanischen existiert traditionell kein Wort für „Heide“,jedoch mitunter recht aggressive Christen – sind mir suspekt und unangenehm.Ebenso wie der neonazistische Slogan „Odin statt Jesus“.

A23H im Jahr 2008

(wobei wiederum “die Zahl 28 auf das Kürzel des mittlerweile in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks "Blood & Honour" (BH) verweist.“ Aber 28 ist seit jeher die Zahl des Wahnsinns...)

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